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Projekt: "Die Rolle des Vaters in der Familie"Familienforscher Wassilios Fthenakis fordert eine kinderfreundliche Infrastruktur und flächendeckende Beratungsstellen für ElternProjektleitung: Prof. Dr. Dr. Dr. W. E. Fthenakis Projektmitarbeiter: Dr. Beate Minsel, Dipl.-Psych. Uta Deppe Die Studie soll die Vaterrolle im Familienentwicklungsprozess sowohl aus der Sicht der Väter als auch aus der Sicht der Partnerinnen und Kinder untersuchen. Vorstellungen über die Vaterrolle entwickeln sich bereits lange bevor Menschen selbst Eltern werden. Die Vorstellungen orientieren sich z. B. an den Erfahrungen mit dem eigenen Vater oder an Beobachtungen in anderen Familien. Rahmenbedingungen, die auf die Vorstellungen Einfluss nehmen, sind z.B. die Geschlechtsrolleneinstellungen, die Ziele, die man in seinem Leben verfolgt, Belastungen durch die Arbeitswelt, ob die Frau (auch) berufstätig ist, die Partnerschaftsqualität oder der Bildungsstand. In Übergangssituationen, z.B. wenn man das erste Kind erwartet, oder wenn die eigenen Kinder ins Jugendalter kommen und beginnen, sich vom Elternhaus abzulösen, wird besonders viel über die Vaterrolle nachgedacht - sowohl von den Männern selbst, die ihre eigene Rolle definieren, als auch von den Frauen, die Vorstellungen darüber entwickeln, wie sie ihren Partner als Vater wünschen. Deshalb wurden für die Untersuchung sowohl Paare, die sich in einer familiären Übergangssituation befinden, als auch solche, die sich nicht in einer Übergangssituation befinden, ausgewählt. Das Vaterschaftskonzept wird in dieser Untersuchung auf verschiedenen Abstraktionsstufen erfasst:
Es werden außerdem die Rahmenbedingungen erfasst, die das Vaterschaftskonzept sowie die väterliche Partizipation beeinflussen, z.B. die Lebensziele, kritische Lebensereignisse, die in den letzten zwei Jahren aufgetreten sind, die Beziehung zum eigenen Vater während der Kindheit, die Partnerschaftsqualität in der augenblicklichen Partnerschaft, Umfang und Art der Berufstätigkeit und Belastung durch die Berufstätigkeit, wie gut man Arbeit und Familie vereinbaren kann usw. Die Befragung richtet sich außerdem auf die Bekanntheit verschiedener familienpolitischer Leistungen und auf die Wünsche von Eltern hinsichtlich der Verbesserung familienpolitischer Leistungen. Zur Befragung wurden vier für die BRD repräsentative Stichproben von deutschen Männern, die mit ihrer Partnerin im selben Haushalt zusammenleben, befragt nämlich
Stichprobe 2 wird drei mal befragt, nämlich vor der Geburt, wenn das Kind 6 Monate alt ist und wenn das Kind 18 Monate alt ist. Mit den Daten kann man prüfen, ob und ggf. wie sich das Vaterschaftskonzept verändert und inwieweit die Idealvorstellungen über väterliche Partizipation in die Realität umgesetzt werden, sowie welche Rahmenbedingungen dazu beitragen, dass die Väter sich mehr oder weniger an kindbezogenen Aufgaben beteiligen. Stichprobe 3 wird zwei mal befragt, nämlich kurz vor der Einschulung des Kindes und 6 Monate nach Schulbeginn. Hier wird überprüft, inwieweit die Übergangssituation des Kindes (Schuleintritt) auch für die Eltern eine Übergangssituation darstellt. Die Männer und Frauen der Stichprobe 1 und die Väter und Jugendlichen der Stichprobe 4 werden einmal befragt. Aus dem Querschnittsvergleich (erste Befragung aller 4 Stichproben) wird ein generelles Bild der Entwicklung der Vaterrolle von vor der ersten Schwangerschaft bis zum Jugendalter des ersten Kindes nachgezeichnet. Die längsschnittliche Betrachtung der Stichproben 2 und 3 erlaubt darüber hinaus eine genauere Analyse der Bedingungen, die zu unterschiedlichen Entwicklungen führen. Einige interessante Ergebnisse:
Ein ausführlicher Bericht über das Projekt ist hier zum Download verfügbar: Projekt_Vaterrolle.pdf (PDF-Datei 342 kB) Ein Zwischenbericht ist ebenfalls verfügbar: Vaterstudie_BMFSFJ_010716.pdf (PDF-Datei 117 kB) |