Wassilios Emmanuel Fthenakis
Kommentar: "Überwindung des kulturpessimistischen Paradigmas"
Wassilios E. Fthenakis

Aus dem Referat "Konzeptionelle Weiterentwicklung von Bildungsqualität in Tageseinrichtungen für Kinder unter sechs Jahren", gehalten im Symposium "Sozialpädagogische Berufsbilder in Einrichtungen für Kinder- und Jugendliche - Konsequenzen für die Ausbildung", veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Bayern, am 05. Februar 1999, in Augsburg.


Nicht das "Machbare" ist unser Ziel in der Kleinkindererziehung. Wir haben stets die Pflicht, das "Optimale" für unsere Kinder zu fordern und für kindgerechte Lebens- und Erziehungsbedingungen in den Tageseinrichtungen wie (auch) in der Familie und Gesellschaft einzutreten.
Wir sollten aufhören, den Untergang der Kindheit in unserem Land zu beweinen. Vielmehr haben wir die Aufgabe, unseren Kindern jene Kompetenzen zu vermitteln, die sie befähigen, Brüche, Schwierigkeiten und Krisen in ihrem Leben zu bewältigen, ohne daran zu zerbrechen. Mit anderen Worten: Wir brauchen kompetente Kinder für eine Welt, die sich immer weniger prognostizieren lässt und Kinder, die bereit sind, in sozialer Verantwortung zu handeln.
Um dieses Ziel zu erreichen, sind tiefgreifende Reformen im Bildungswesen erforderlich. Eine Diskussion über Bildungsinhalte stellt die Voraussetzung für strukturelle Reformen im Bildungswesen dar.
Wir benötigen heute mehr denn je mehr Investitionen in die Bildung und Erziehung unserer Kinder, in das "Humankapital" unserer Gesellschaft, eine fachliche wie politische Herausforderung ersten Ranges. Unsere Antworten darauf bestimmen die Zukunft.